| 2.1.2 Parallele Projektionen |
Bei der parallelen Projektion unterscheidet man danach, ob die Projektoren senkrecht zur
Projektionsebene stehen (orthographische Projektion) oder nicht (schiefe Projektion).
Eine orthographische Projektion ist z.B. die Seitenansicht, bei der die Projektionsebene
senkrecht auf der x-Achse steht. Solche Ansichten eignen sich für technische Zeichnungen,
um beispielsweise Maße abzulesen, verbergen aber meist die räumliche Gestalt des Objektes.
Schneidet die Projektionsebene mehr als eine Achse, spricht man von einer axonometrischen Projektion.
Sie hat den Vorteil, daß man mehrere Seiten eines Objektes gleichzeitig sieht, verzerrt dafür
aber die rechten Winkel der Koordinatenachsen. Schneidet man alle Achsen unter gleichem Winkel,
ist diese Verzerrung wenigstens gleichmäßig. Dies nennt man isometrisch.
Bei schiefen Projektionen unterscheidet man zwei Hauptgruppen:
Zum einen die Kavalierprojektion, bei der der Winkel zwischen Projektionsrichtung und Bildebene
45 Grad beträgt. Die Länge einer Strecke senkrecht zur Projektionsebene bleibt unverändert.
Zum anderen die Kabinettprojektion. Hier beträgt der Winkel arctan2=63,4 Grad. Dadurch werden
senkrecht auf der Projektionsebene stehende Strecken auf die Hälfte verkürzt. Man erhält so eine
realistischere Abbildung.